Endlich hab ichs verstanden!

Ja, ich habs tatsächlich gelöst. Das Rätsel, warum George W. Bush so ein schießwütiger Vollidiot war und ist. Gut, ich komm knapp 10 Jahre zu spät, aber immerhin. Also, hier ist des Rätsels Lösung. Nein, es liegt nicht daran, daß er Texaner ist. Die sind zwar impulsiv und erscheinen uns Westeuropäern gern etwas wild, aber an sich ist der durchschnittliche Texaner nur an Öl interessiert und harmlos. Auch daß er ein wiedergeborener Christ ist, hat damit nichts zu tun. Natürlich sind die Jungs alle etwas durch den Wind, aber wer wäre das nicht nach einer Wiedergeburt? Aber die Jungs kommen aus dem 17. Jahrhundert, da war noch nicht viel Schusswaffen und irgendwie glaub ich auch nicht, daß Bush viele Freunde in der Erweckungsbewegung hat. Tja, jetzt wirds spannend, woran liegts denn dann? Der Mann hat einfach Sprachprobleme. Entsprechende Beweise sieht man ja im Internet haufenweise. Bush verspricht sich, Bush gibt völlig sinnlose Antworten, Bush guckt einfach blöd. Und so kam es, daß seine Administration auf ihn zukam und ihm von Problemen im nahen Osten berichtete. Und was tat der kleine Georgie? Er machte sich an eine Problemlösung. Die heisst auf englisch „troubleshooting“. Also sagte Georgie zu seinen Jungs sie mögen den trouble einfach shooten. Und so gingen Unmengen amerikanischer Soldaten in den Nahen Osten und schossen auf alles, was nicht bei 3 auf dem Baum war. Und im Nahen Osten gibts nun mal nicht viele Bäume. Hätte keiner gedacht, daß Georgies ermogelte Ausbildung doch nochmal zum „backfire“ antreten und Millionen Menschen das Leben kosten würde, was?

Ich hab noch was verstanden

Damit aber zu etwas ganz anderem. Wobei, so anders ist es gar nicht, wenn mans sich genau anguckt. Das Thema Amoklauf im Zusammenhang mit Computerspielen ist wieder voll in Mode gekommen. Grund dafür war ein Amoklauf in Winnenden, das nur 3 S-Bahn Stationen entfernt von meiner bescheidenen Hütte liegt. Entsprechend war mein Schwager auch im Einsatz und ich hab aus erster Hand irgendwie andere Sachen gehört als die Medien berichteten. Besonders gut gefielen mir dabei Meldungen, die mein Schwager mit den Worten „Das ist noch gar nicht untersucht worden“ quittierte. Und just seit diesem nicht ganz so schönen Morgen in einem beschaulichen schwäbischen Örtchen mit nervigen Ampelschaltungen die komplette Hauptstraße entlang geben sich die Politiker wieder die Ehre, auf Computerspiele einzuhämmern. Wobei, wer etwas Bescheid weiss, weiss natürlich auch, daß sie sich in erster Linie nicht die Ehre, sondern vielmehr die Blöße geben. Soviel Ahnungslosigkeit ist kaum zu ertragen, da wird der Fakt, daß der Junge im Schützenverein als 17-Jähriger bereits seit Jahren mit der Schusswaffe trainiert, völlig ausgeblendet, dafür wird dann behauptet, er hätte bei Counter Strike seine Fertigkeiten für den Amoklauf erworben. Und bevor jetzt wer meint ich erfinde das: Thüringens Innenminister Dr. Karl Heinz Gasser. Kurz vor Halbzeit stehts, ich war ganz erschrocken von soviel Blödsinn. Auch der Rest ist wirklich lesenswert, da weiss man ordentlichen Populismus ala Lafontaine wieder zu schätzen. Der hält bei Fragen, die ihn überfordern, wenigstens den Mund.
Nun stellt sich natürlich die Frage, was ich dabei verstanden hab. Eigentlich nur zwei Dinge: Politiker sind nicht nur auch Menschen, sie sind vielmehr Menschen, die andere Menschen für dumm halten. Und daß die Medien von vorne bis hinten aus Huren bestehen. Für ein bißchen Quote/Auflage wird den Menschen jede Scheisse erzählt. Aber eigentlich wusste ich das vorher schon, ich fühle mich nur auf unheimliche Art und Weise bestätigt.

Aber genug von mir, es ist April und da macht doch eh jeder, was er will. Tschüss!

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