Mexiko ist weg!

Ja, da hab ich nicht schlecht gestaunt eben. Gehe durch meine RSS-Nachrichten und sehe „Die Schweinegrippe und die Folgen für Mexiko“ und klicke als sensationsgeiler Weltuntergangsbeschwörer natürlich drauf und was finde ich unter dem Link vor? „Not Found“
Mexiko ist weg, die Schweinegrippe hats wohl ausgehustet, der Weltuntergang beginnt! Ich hol mir schon mal Bier und bereite das Lagerfeuer vor, um das ich nachher nackt tanzen werde. Und wenn ich mich dabei erkälte und die Welt doch nicht untergehen sollte, kann ich wenigstens ruhigen Gewissens mit Symptomen ins Krankenhaus.
Viva la Mexico!

Endlich hab ichs verstanden!

Ja, ich habs tatsächlich gelöst. Das Rätsel, warum George W. Bush so ein schießwütiger Vollidiot war und ist. Gut, ich komm knapp 10 Jahre zu spät, aber immerhin. Also, hier ist des Rätsels Lösung. Nein, es liegt nicht daran, daß er Texaner ist. Die sind zwar impulsiv und erscheinen uns Westeuropäern gern etwas wild, aber an sich ist der durchschnittliche Texaner nur an Öl interessiert und harmlos. Auch daß er ein wiedergeborener Christ ist, hat damit nichts zu tun. Natürlich sind die Jungs alle etwas durch den Wind, aber wer wäre das nicht nach einer Wiedergeburt? Aber die Jungs kommen aus dem 17. Jahrhundert, da war noch nicht viel Schusswaffen und irgendwie glaub ich auch nicht, daß Bush viele Freunde in der Erweckungsbewegung hat. Tja, jetzt wirds spannend, woran liegts denn dann? Der Mann hat einfach Sprachprobleme. Entsprechende Beweise sieht man ja im Internet haufenweise. Bush verspricht sich, Bush gibt völlig sinnlose Antworten, Bush guckt einfach blöd. Und so kam es, daß seine Administration auf ihn zukam und ihm von Problemen im nahen Osten berichtete. Und was tat der kleine Georgie? Er machte sich an eine Problemlösung. Die heisst auf englisch „troubleshooting“. Also sagte Georgie zu seinen Jungs sie mögen den trouble einfach shooten. Und so gingen Unmengen amerikanischer Soldaten in den Nahen Osten und schossen auf alles, was nicht bei 3 auf dem Baum war. Und im Nahen Osten gibts nun mal nicht viele Bäume. Hätte keiner gedacht, daß Georgies ermogelte Ausbildung doch nochmal zum „backfire“ antreten und Millionen Menschen das Leben kosten würde, was?

Ich hab noch was verstanden

Damit aber zu etwas ganz anderem. Wobei, so anders ist es gar nicht, wenn mans sich genau anguckt. Das Thema Amoklauf im Zusammenhang mit Computerspielen ist wieder voll in Mode gekommen. Grund dafür war ein Amoklauf in Winnenden, das nur 3 S-Bahn Stationen entfernt von meiner bescheidenen Hütte liegt. Entsprechend war mein Schwager auch im Einsatz und ich hab aus erster Hand irgendwie andere Sachen gehört als die Medien berichteten. Besonders gut gefielen mir dabei Meldungen, die mein Schwager mit den Worten „Das ist noch gar nicht untersucht worden“ quittierte. Und just seit diesem nicht ganz so schönen Morgen in einem beschaulichen schwäbischen Örtchen mit nervigen Ampelschaltungen die komplette Hauptstraße entlang geben sich die Politiker wieder die Ehre, auf Computerspiele einzuhämmern. Wobei, wer etwas Bescheid weiss, weiss natürlich auch, daß sie sich in erster Linie nicht die Ehre, sondern vielmehr die Blöße geben. Soviel Ahnungslosigkeit ist kaum zu ertragen, da wird der Fakt, daß der Junge im Schützenverein als 17-Jähriger bereits seit Jahren mit der Schusswaffe trainiert, völlig ausgeblendet, dafür wird dann behauptet, er hätte bei Counter Strike seine Fertigkeiten für den Amoklauf erworben. Und bevor jetzt wer meint ich erfinde das: Thüringens Innenminister Dr. Karl Heinz Gasser. Kurz vor Halbzeit stehts, ich war ganz erschrocken von soviel Blödsinn. Auch der Rest ist wirklich lesenswert, da weiss man ordentlichen Populismus ala Lafontaine wieder zu schätzen. Der hält bei Fragen, die ihn überfordern, wenigstens den Mund.
Nun stellt sich natürlich die Frage, was ich dabei verstanden hab. Eigentlich nur zwei Dinge: Politiker sind nicht nur auch Menschen, sie sind vielmehr Menschen, die andere Menschen für dumm halten. Und daß die Medien von vorne bis hinten aus Huren bestehen. Für ein bißchen Quote/Auflage wird den Menschen jede Scheisse erzählt. Aber eigentlich wusste ich das vorher schon, ich fühle mich nur auf unheimliche Art und Weise bestätigt.

Aber genug von mir, es ist April und da macht doch eh jeder, was er will. Tschüss!

Hamas dann bald mal?

Ok, mittelprächtiges Wortspiel. Aber ich bin ernsthaft gelangweilt. Die Hamas terrorisiert unschuldige Zivilisten in Israel, Israels Antwort besteht darin, unschuldige Zivilisten in Gaza zu terrorisieren. So geht das jetzt schon seit Jahrzehnten und es ist kein Ende in Sicht. Was mich so langweilt ist die Aussichtslosigkeit der Situation. Wohin soll das denn führen? Werden die Hamas Ruhe geben, wenn Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzieht? Kaum, denn dann wollen sie Israel zurück, da es ihnen ihrer Ansicht nach zusteht. Außerdem ist auch die Hamas eine Organisation, in der Menschen auf ihren Stühlen kleben und ihre Machtposition behalten möchten. Dafür braucht die Hamas aber den Terror, denn der ist ihr täglich Brot. Auf der andern Seite kann Israel den Gazastreifen nur schwer komplett aufgeben, denn damit hätten sie eine Zone, in der der Hass auf Israel groß ist und wo muslimischen „Freiheitskämpfern“ Tor und Tür geöffnet ist, um in direkter Nachbarschaft das verhasste Israel zu attackieren. Die ganze Situation ist verfahren und letztendlich muss die UNO da einfach mal rein. Ohne Rücksicht auf Israel, die Palästinenser und die gesamte islamische Welt mit harter Hand einfach mal klare Verhältnisse schaffen. Entmilitarisierte Zone zwischen Palästinensern und Israel, wer in diese eindringt oder über sie hinweg Raketen oder anderes Zeug schießt, kriegt von der internationalen Gemeinschaft richtig Feuer. Die Parteien sind nicht zu versöhnen und nachweislich auch nicht in der Lage, das Problem zivilisiert und mit Verstand zu lösen.

Natürlich kommt jetzt der Aufschrei, denn so eine Zone würde ja bedeuten, daß irgendwer Land verliert. Aber mal ehrlich, die Palästinenser haben doch sowieso schon Land verloren und Israel wurde auf genau diesem Land von den Alliierten gegründet. Es gibt nun mal keinen klassischen Judenstaat, in dem man die Israelis unterbringen könnte, auf der andern Seite gibt es auch keine sinnvolle Lösung für die Palästinenser. Also muss man korrigierend eingreifen und beiden Seiten noch ein wenig Land abnehmen, um dort zumindest übergangsweise einen Puffer zu installieren, der die größten Spannungen, die sich aus der direkten Nähe ergeben, im Keim zu ersticken. Vielleicht sind beide Seiten in 20 Jahren dann soweit und man kann sich dort ohne großes Drama wieder entfernen. Aber so wie bisher kann es nicht weitergehen, es führt nur zu Toten auf beiden Seiten, während die treibenden Kräfte in diesem Konflikt meist unversehrt davon kommen. Alternativ könnte man natürlich auch die Hamas ausrotten und die israelische Administration durch eine Regierung ersetzen, die sich nicht durch die permanente Verletzung von Menschenrechten und Kriegstreiberei auszeichnet. Denn eins muss bei allem Verständnis für beide Seiten auch mal gesagt werden: Israel schießt mit Kanonen, und zwar großen, auf Spatzen und es drängt sich der Verdacht auf, daß man auf israelischer Seite gar nicht daran interessiert ist, den Konflikt friedlich zu lösen. Israel verfügt mit dem Mossad über einen der besten Geheimdienste der Welt, der durchaus schon die eine oder andere heikle Mission durchgezogen hat in seiner Geschichte, aber damit einfach mal die Hamasführer auszuknipsen soll nicht möglich sein? Stattdessen zahlen Zivilisten die Zeche für die Hamas. Andersrum genauso, also Schluss mit der Verständnistour, Schluss mit der Vermittlung zwischen unvermittelbaren Dummköpfen, es ist Zeit beiden Seiten die Grenzen aufzuzeigen.

Wo wir gerade von Dummköpfen sprechen. Wie blöd ist eigentlich der Papst? Der englische Bischof Richard Williamson (tätig in Argentinien) wurde 1988 von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II gemeinsam mit 3 anderen frisch geweihten Priestern, Bischof de Castro Mayer und Erzbischof Lefebvre exkommuniziert. Grund dafür war, daß die Priesterweihen gegen den ausdrücklichen Wunsch des Papstes vollzogen wurden. Aus angeblichem Priestermangel wurden die genannten allerdings weiterhin von der Piusbruderschaft eingesetzt. Wäre das die ganze Geschichte, wäre die Aufhebung der Exkommunikation 20 Jahre später durchaus vertretbar. Dann allerdings hätte man Williamson nach Veröffentlichung des Interviews, in dem er die Existenz der Gaskammern bestritt und die Anzahl der in Konzentrationslagern getöteten Juden auf lächerliche zwei- bis dreihunderttausend bezifferte, wieder exkommunizieren müssen. Allerdings ist das gar nicht die ganze Geschichte. Williamson hetzt bereits seit rund 20 Jahren immer wieder öffentlich gegen Juden und vertritt auch ansonsten reichlich wirre Positionen. Also macht schon die Aufhebung der Exkommunikation wenig Sinn und man muss doch mal fragen, was genau der Papst damit eigentlich sagen will. Soll die katholische Kirche nach ihren Fortschritten (ich bin kein Freund der Kirche, aber man muss anerkennen, daß sie das finstere Mittelalter weitestgehend hinter sich gelassen hat) wieder in völlig weltfremde Sphären geführt werden, in denen man rothaarige Frauen als Hexen verbrennt und Andersgläubige verfolgt, bis sie sich entweder zum christlichen Glauben bekennen oder man sie abschlachtet? Man muss dabei auch andere Dinge in Betracht ziehen. Die Debatte über die unglücklichen Aussagen Benedikts zum Islam erscheinen plötzlich in einem ganz anderen Licht, für mich zumindest. Vielleicht war es ja doch gewollte Provokation, um einen Konflikt heraufzubeschwören, in dem die christliche Welt irgendwann so an die Wand gedrängt wird, daß sie sich gegen den Islam wehren muss. Vielleicht wars auch nur Zufall, aber ich glaube bei einem so intelligenten Menschen wie Ratzinger nicht an Zufälle. Insofern ist meine Frage am Anfang auch eher rhetorischer Natur, der Papst ist sicher nicht blöd, er bezweckt etwas. Was genau, kann ich mir vermutlich in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen, aber man sollte gewarnt sein und die katholische Kirche ganz genau im Auge behalten.

Überhaupt scheint es, daß das Klima auf der Welt rauer wird. Finanzkrise, religiöse Auseinandersetzungen, diverse kleine Brennpunkte. Ein ähnliches Bild hat die Welt schon mal abgegeben. Vielleicht wirds auch einfach Zeit für den nächsten Weltkrieg, fast 70 Jahre ohne großen Krieg in Europa sind ja auch eindeutig zuviel. Vielleicht kann man sich ja auf internationaler Ebene mal zusammensetzen und einfach sämtliche Vollidioten mit gezielten Anschlägen aus der Welt schaffen, bevor wir einen Flächenbrand haben, den dann wieder keiner hat kommen sehen.

NPD Verbot

Ein heikles Thema soll es sein, die Frage, ob man wieder versuchen sollte, die NPD zu verbieten. Dabei ist es doch im Grunde genommen ganz einfach. Handelt die NPD verfassungswidrig muss sie verboten werden, tut sie dies nicht, so kann man sie nicht verbieten. Beim letzten Mal scheiterte man daran, daß Informationen von sogenannten V-Männern kamen und diese innerhalb der NPD wohl zu Straftaten angestiftet hätten, damit man etwas Verwertbares hätte. Diese Vorgehensweise tolerierte das Bundesverfassungsgericht nicht, was man nur begrüßen kann, denn wenn der Zweck in diesem Fall die Mittel geheiligt hätte, so hätte man einen Präzedenzfall geschaffen, mit dem man jede noch so unstrittige Partei oder Organisation ins Verbot treiben könnte. Dieses Mal will man deshalb vorher die V-Männer abziehen und das ganze legal durchziehen.

Das alles kann man aber getrost als Geplänkel abtun, denn letztendlich reduziert sich das ganze Thema für mich auf die eine entscheidende Frage: Ist unsere Demokratie so schwach, daß sie die NPD und deren weltfremde Vorstellungen nicht auf argumentative Art ins Abseits befördern kann? Sind wir wieder so weit unten angelangt, daß eine Partei mit der Betonung der angeblich völkischen Interessen punkten kann und für die offen zur Schau gestellte Idee der Trennung von Kulturen mit Wählerstimmen belohnt wird? Halten die Herren Politiker ihr Volk wirklich für so dumm? Vermutlich ja, anders werden sie sich ehrlicherweise nicht erklären können, daß sie in verantwortliche Positionen kommen.

Eigentlich ist die NPD doch am leichtesten zu widerlegen, wenn man ihr Wahlprogramm zur Hand nimmt, das man übrigens auf der äußerst unterhaltsamen HP der Partei findet, und sie beim Wort nimmt. Natürlich ist dort vieles nicht so formuliert, wie es eigentlich gemeint ist. Aber das ist vollkommen egal, denn ich behaupte, daß jeder, egal wie verblendet, einsehen wird, daß selbst diese entschärfte Version der braunen Denke Deutschland endgültig vor die Wand fährt. Fangen wir mal mit den paar Sachen an, die vermutlich noch ziemlich viele unterschreiben werden.

Straffällig gewordene Ausländer fliegen raus. Warum eigentlich nicht? Fast jedes andere Land der Welt handhabt das so und auch wir haben trotz unserer Geschichte das Recht, uns nicht von Menschen verarschen zu lassen, die hier nur leben wollen, weil sie für Verbrechen nicht wie in ihrer Heimat bestraft werden. Wobei ich statt der Ausweisung ja eher dazu tendieren würde, die Menschen eben genau wie in ihrem Heimatland zu bestrafen. Nur leider sind viele Strafen mit dem Grundgesetz noch weniger vereinbar als eine Ausweisung dieser Personen. Das ist also eine durchaus vernünftige Position für mich. Ebenso empfinde ich die Rückbesinnung auf deutsche Kultur grundsätzlich als nichts schlimmes. Nur bezweifel ich, daß der durchschnittliche NPD-Wähler sich abends mit Lektüre von Schiller, Goethe oder Lessing hinsetzt und dazu etwas Wagner oder Bach hört. Trotzdem grundsätzlich kein falscher Gedanke. Ebenfalls wäre für mich ok, wenn man die Bildung in Sachen Geschichte wieder etwas breiter fächert. In der Schule gehts viel zu oft um das Dritte Reich, wobei nur an der Oberfläche gekratzt wird und die wirklich interessanten Teile des Themenkomplexes außen vor bleiben. Dafür weiss man nach der typischen Schullaufbahn entsprechend weniger über die Antike, das Mittelalter wird bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nur im Rahmen des Deutschunterrichts behandelt und von dem, was man gemeinhin als Germanen bezeichnet, also was zu Zeiten der Römer und davor im deutschen Sprachgebiet vor sich hin lebte, weiss man so gut wie nichts. Ganz ehrlich, wenn ich die NPD beim Wort nehme, bin ich absolut einverstanden mit diesem Punkt.

Aber es gibt auch Dinge, die sind schon ein wenig schwieriger. Zum Beispiel Forderungen wie 500 Euro Kindergeld für jedes deutsche Kind. Warum nur jedes deutsche Kind darauf Anspruch hat lassen wir mal außen vor, viel interessanter ist doch, ähnlich der Linkspartei, die Frage, wie man so etwas finanzieren möchte. Darauf gibt das Programm natürlich keine Antwort. Ähnlich sieht es mit allen anderen Forderungen/Vorschlägen zur Bildung und Familie aus. Wenn man mal die Intention, die völkische Idee in den Vordergrund zu stellen, außen vor lässt, bleibt immer die Frage der Finanzierung offen. Grundsätzlich könnte man, wenn man das Programm blauäugig genug liest, um die Grundidee eines durch Zuwendungen hörigen Volkes zu ignorieren, manche Idee unterstützen, allerdings hat die NPD überhaupt kein Konzept zur Umsetzung. Politik funktioniert bei der NPD wie der Wunschzettel eine Fünfjährigen. Ein Pony, ein Auto, ein Boot und am liebsten ein eigenes Fußballstadion. Daß Mutti das alles bezahlen muss, interessiert den Fünfjährigen nicht. Allerdings lernt der durchschnittliche Fünfjährige im Lauf der nächsten 10-15 Jahre, daß alles eine Frage des Kleingelds ist, die NPD hat diesen Schritt in ihrer Entwicklung noch nicht vollzogen.

Aber genug von solchen Dingen, kommen wir doch einfach zu den Punkten, die so richtig realitätsfremd sind. Als da wäre der Punkt „Deutschland in seinen geschichtlich gewachsenen Grenzen“. Ja welche hätte die NPD denn gern? 1871? 1918? Oder gleich 1940/41, als „uns“ quasi halb Europa gehörte? Ich denke man kann die derzeitigen Grenzen der BRD durchaus als geschichtlich gewachsen betrachten. Wir haben zwei Kriege verloren und entsprechend Gebiete abgegeben. Ist ja nicht so, daß wir die Gebiete, die wir vorher unser eigen nannten, allesamt durch friedliches Besiedeln erworben haben. Erkennt die NPD im Umkehrschluss dann auch an, wenn Berlusconi die geschichtlich gewachsenen Grenzen des Römischen Reichs wiederherstellen möchte? Und was wird Obama dazu sagen, wenn England und Frankreich den nordamerikanischen Kontinent wieder unter sich aufteilen?
Ähnlich wahnwitzig wirds unter dem vage formulierten Punkt „Die raumorientierte Volkswirtschaft“. Unternehmen, vor allem auch ausländische, auf deutschem Boden haben dem deutschen Volk zu dienen. Ein fast schon sozialistischer Gedanke. Wieso eigentlich fast? Sozialismus pur und zwar in seiner nachweislich bereits gescheiterten Form. Abgesehen davon werden ausländische Unternehmen unter der Voraussetzung „Deutschland zuerst, danach unser Gewinn“ sicher gerne weiterhin in Deutschland investieren und Arbeitsplätze schaffen. Aber wenigstens die deutschen Unternehmen werden sich natürlich nicht verweigern, die sind ja für ihre Nibelungentreue bekannt. Schon mal was von outsourcing gehört liebe NPD?
Ganz nebenbei, allerdings steht das unter einem anderen Punkt, soll Deutschland aus der EU austreten und wieder zur Mark zurückkehren. Klar, einige jubeln jetzt, ich fand die Mark ja auch toll. Aber vielleicht sollte die NPD mal zur Kenntnis nehmen, daß wir als Exportwirtschaft nicht ganz unwesentlich darauf angewiesen sind, daß das Ausland mit uns Geschäfte machen will und Zölle, welche wir beim Austritt aus der EU wieder entrichten müssten, der Wirtschaft wesentlich mehr schaden als die Einnahmen durch Import uns nützen. Übrigens soll Deutschland auch aus der NATO austreten, denn da werden wir ja eh nur für völkerrechtswidrige Einsätze eingespannt. Aber man will ja nach dem Austritt aus der EU Europa in anderer Hinsicht stärken. Wie genau bleibt unklar, aber ich kann mir jetzt schon richtig gut vorstellen, wie Europa uns nach dem Austritt aus der EU und der Schwächung des Euro mit offenen Armen empfängt. Wer kann uns schon widerstehen, besonders wenn am Verhandlungstisch so adrette junge Menschen wie der durchschnittliche NPD Abgeordnete/Funktionär sitzen? Wirtschaftliche Bruchlandung bei außenpolitischer Isolation, das nenn ich mal ein durchdachtes Ziel.

So liebe Politiker, nun zurück zu euch. Ihr wollt mir erzählen, daß ihr hochbezahlten Berufslaberbacken nicht in der Lage seid, die hier aufgeführten Punkte nebst anderen Beispielen, die ich mir hier jetzt spare, in der Öffentlichkeit so rüber zu bringen, daß kein normal gepolter Mensch mehr auf die Idee kommt, diesen Haufen Lobotomierter zu wählen? Dann bleibt euch wohl nur der Weg des Verbots, was allerdings kaum die erhoffte Wirkung haben wird, denn in erster Linie stellt ihr euch damit selbst ein Armutszeugnis aus und beweist eure eigene Schwäche. Unsere Demokratie ist tatsächlich kaputt, was allerdings in erster Linie nicht an der Unfähigkeit des Volkes liegt.

Da gibts nix von Ratiopharm

Tja, was man soll man dazu sagen. Unternehmer Adolf Merckle springt vor den Zug und stirbt. Er hat sich schlicht und einfach verzockt. Kurioserweise scheiterte er allerdings nicht an der Finanzkrise an sich, sondern in einem Moment, als der erste Crash eigentlich vorbei war. Er kaufte VW-Aktien als diese explodierten und verpasste den Moment, um sie wieder loszuwerden. Er verpasste quasi den Zug. Nach eigener Aussage war ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag weg, Branchenkenner tippten auf 700 Millionen bis eine Milliarde. Wieviel es auch immer war, die ohnehin schon stark belasteten Unternehmen von Merckle konnten diesen Schlag nicht mehr aus eigener Kraft wegstecken. In diesem Moment tat Merckle etwas, was wohl jeder in seiner Situation tun würde. Er ging zur Bank und verlangte einen Kredit zur Überbrückung. Aber die Banken waren durch die Krise verunsichert und weigerten sich, was Merckle wiederum zu einem Schritt drängte, den ich eigentlich als genial empfand. Er stellte sie vor die Wahl: entweder Kredit oder seine Holding geht in die Insolvenz. Nicht nur, daß dabei alle laufenden Kredite größtenteils verloren gewesen wären für die Banken, die Banken hätten auch noch richtig geblutet, da sie ja allesamt in seine Holding investiert hatten. Plötzlich waren sie gesprächsbereit und es schien eigentlich so, als wäre das Merckle Imperium gerettet. Dann allerdings tauchte die Bank of Scotland auf und spielte nicht mit. Wieder gab es ein hin und her und wieder setzte Merckle sich durch. Was danach noch passiert ist, weiss man nicht. Auf jeden Fall hat er irgendwann den Glauben daran verloren, daß er sein Unternehmen noch retten kann und sich für eine kurze aber heftige Fahrt mit der Bahn entschieden.

Ich bin nun hin- und hergerissen. Einerseits wünscht man sich dieser Tage ja, daß Manager in verantwortlichen Positionen konsequent sind oder wenigstens vom Blitz erschlagen oder eben vom Zug überrollt werden. Auf der andern Seite erscheint es mir feige, sich genau in diesem Moment derart aus der Verantwortung zu stehlen. Und dann ist da noch diese Frage, ob es denn den richtigen getroffen hat. Klar, Merckle hat einen riesigen Fehler gemacht. Aber den konnte er ja nur machen, weil die Banken sich allesamt verzockt hatten. Danach verwehrten sie ihm dann die Hilfe und unter dem Strich haben sie ihn damit auf dem Gewissen und ganz nebenbei noch tausende von Arbeitsplätzen, wenn das Imperium von Merckle nun in seine Bestandteile zerlegt wird und diese die typische Rationalisierung zur Gewinnmaximierung durchmachen. Und jetzt raten wir mal, wer daran wieder verdienen wird. Vielleicht macht ja die Deutsche Bank damit richtig Kasse und Ackermann bekommt so eine Art Kopfgeld für Merckle. Ist das jetzt wieder zu zynisch oder wie wir Zyniker sagen: realistisch?

Warum gibts gegen Banken eigentlich nichts von Ratiopharm?

Spocht

Ich gucke gerade Basketball. Die New York Knicks zu Gast bei den Boston Celtics. Das bringt mich auf die dumme Idee, mal wieder was über Sport zu schreiben. Warum? Weil ich mich damit auskenne. Ich hab mich in meinem Leben weit mehr mit Sport beschäftigt als gut gewesen wäre.

Erstmal zum Anlass, warum ich jetzt über Sport schreibe. Basketball. Ich liebe das Spiel mit dem orangen Lederball und das seit inzwischen rund 20 Jahren. Mit meinen 27 ne erstaunliche Leistung wie ich finde. Vor allem war ich damit dem ersten Hype, der nach dem Dream Team 92 und der Euro 93 aufkam, schon weit voraus. Ich fand Jordan schon toll, als er gegen Magic seinen ersten Titel geholt hat und ich fand die Bad Boys geil. Also die echten aus Detroit. Die mit den Titeln 89 und 90. Absolut dreckiger Basketball, genau das Gegenteil der Lakers Showtime. Was für mich auch die Faszination an diesem Sport ausmacht. Es gibt soviele verschiedene Erfolgsrezepte, die nur in zwei Punkten übereinstimmen. Teamwork und Defense. Wer nicht als Team spielt verliert. Wilt Chamberlain konnte alleine nichts gewinnen, Jordan war als Egozocker erfolglos und Kobe wartet immer noch auf seinen ersten Titel, seit Shaq nicht mehr drauf aufpasst, daß er den Ball auch mal abspielt. Gut, das ist wesentlich besser geworden und letzte Saison war Kobe fast soweit. Aber am Ende waren die Celtics einfach das bessere Team. Und vor allem das mit der besseren Defense. Diese Saison bietet bisher viele überraschende Dinge. Orlando und Cleveland funktionieren weit besser als erwartet. Atlanta entwickelt sich rasant und New Jersey überrascht mich im Osten bisher am meisten, die hatte ich gar nicht auf der Rechnung. Aber Devin Harris ist unwahrscheinlich schnell vom Roleplayer zum echten go-to guy geworden. Dazu spielt der Rest ordentlich mit, Vince Carter sieht auch wieder aus wie Vince Carter, es läuft. Keine Ahnung warum die wegen 2010 so aufgeregt sind, die Zukunft hat bei den Nets jetzt begonnen. Ebenfalls überraschend kommen die Knicks. Nicht, weil sie mehr gewinnen als in den letzten Saisons, das war zu erwarten mit einem richtigen Coach. Aber daß D´Antoni auf Nate Robinson und David Lee setzt hätte ich nicht gedacht. Gehofft ja, aber damit gerechnet wirklich nicht. Erschreckend schwach sind dagegen Philly und Toronto gestartet. Gut, die Idee vom Titelkandidaten fand ich bei den 76ers schon abwegig, aber die Playoffs waren eigentlich schon gebucht nach dem Deal mit Brand. Funktioniert aber gar nicht, was wieder die Teamthese stützt. Letzte Saison hatte sie keiner auf dem Zettel (ich könnte jetzt schreiben, daß ich mit ihnen gerechnet hab, aber das glaubt mir eh keine Sau) und mit toller Teamleistung schaffte es dieses Team mit wenig Talent in die Playoffs. Diese Saison ist dagegen eigentlich schon gelaufen, denn ich sehe kein Team, das sie von einem Playoff Platz verdrängen könnten. Ähnlich in Toronto, wo man Chris Bosh wirklich nur eins wünschen kann: möge 2010 schnell kommen. Auch er wird Free Agent und ihm wäre ein besseres Team wirklich zu gönnen. Jermaine O´Neal ist einfach überschätzt, war er schon immer.

Im Westen zeichnet sich ein anderes Bild ab. Die Lakers laufen allen davon, New Orleans versucht dran zu bleiben und dahinter beginnt der Kampf um Platz 3-8. Dallas auf Platz 9 trennen nur 3 Spiele von Houston auf Platz 3 und wären die Mavs nicht so unwahrscheinlich beschissen in die Saison gestartet wären sie wohl da, wo Houston jetzt steht. Allerdings ist das alles egal, der Weg in die Finals führt eh nur über die beiden ersten Teams und eigentlich trau ich keinem Team dahinter zu, daß es in 7 Spielen was holt gegen die beiden. Gut, San Antonio vielleicht mit Erfahrung, Phoenix, wenn Shaq einen Jungbrunnen entdeckt und eventuell Houston, wenn die sich richtig gut aufeinander einspielen bis dahin. Aber sonst? Nix und niemand. Portland ist noch zu jung, aber die werden in 2 Jahren eine ganz große Rolle spielen im Westen. Vorausgesetzt das Management ist cool und lässt die Jungs wachsen.

Tip für die Saison: Boston setzt sich durch, die echten Finals gibts in den Eastern Conference Finals gegen die Cavs.

Was haben wir noch? Fußball natürlich. Wer mich in Foren liest, hört es schon seit 2-3 Wochen. Ich sage Podolski geht im Winter zum HSV und die Bayern bekommen dafür Olic. So bekommt Bayern für Poldi den angemessenen Preis, also weit unter den 10+ Millionen, die Hoeneß öffentlich verlangt, kann aber auf Olic als Tauschobjekt verweisen und das Gesicht wahren. Außerdem bekommen sie damit ihren für die Champions League berechtigten Stürmer, der im Gegensatz zu Poldi auch mal spielen wird. Der HSV seinerseits geht nicht ganz leer aus beim Abgang von Olic, bekommt einen talentierten Jungen mit Perspektive und muss keinen Ersatz suchen. Man kann ja nicht jeden Sommer 2-3 Brasilianer holen und das beste hoffen. So mein Gedankengang, der oft belächelt wurde. Was lese ich heute? Olic vielleicht schon im Winter im Tausch gegen Poldi zu Bayern… danke vielmals, Copyright für diese Idee liegt bei mir, die Klage in der Post.

Damit dann zum Boxen. Holyfield gegen Valuev. Was für eine wertlose Freakshow war mein Gedanke. Ich hab natürlich trotzdem oder gerade deshalb geguckt. Geboten wurde ein recht langweiliger Fight, der allerdings anders lief als die meisten dachten. Holyfield hat Valuev richtig alt aussehen lassen und wirkte dabei erstaunlich frisch. Umso witziger dann das Urteil. Zwar hatte Valuev angeblich ein paar Treffer mehr, aber Holyfield konnte in so ziemlich jeder Runde ein paar Wirkungstreffer landen, davon gabs von Valuev im ganzen Kampf vielleicht 2-3 zu bestaunen. Ich behaupte deshalb, daß das Urteil Politik war. Holyfield wäre sofort nach dem Kampf zurückgetreten, aber das hätte die Kassen bei der Rückkehr von Chagayev nicht klingeln lassen. Blöd nur, daß die nach dem Auftritt von Valuev wohl kaum mehr klingeln werden, denn letztendlich schadet der Typ dem Boxen. Er ist kaum zu treffen und wenn er getroffen wird, so wie gestern von Holyfield, dann fällt er nicht um, weil die Leitung so lang ist, daß die Wirkung verpufft, bevor es im Hirn oben ankommt. Will sagen: Valuevs Kämpfe sind langweiliger als die schlimmsten Runden Maske damals. Auf jeden Fall war ich gestern Abend stinksauer und bin es immer noch. Soweit es mich betrifft ist Holyfield Weltmeister, er hat das einzig richtige gegen Valuev gemacht und klare Treffer gesetzt. Der Riese schob nur ab und zu die Faust raus und traf dann mit irgendwelchen Teilen seiner riesigen Hände noch irgendwas außerhalb der Deckung von Holyfield. Richtige Treffer sehen anders aus und richtiges Boxen auch. Hoffe Chagayev lässt sich noch Zeit, damit einer der Klitschkos Valuev endlich ausknockt. Der russische Riese ist ohne Frage sympathisch, aber ich kann ihn nicht mehr sehen.

Was sonst? Martin Schmitt kann wieder Ski springen, der wievielte Frühling ist das jetzt? Hoffe er bringt es dann auch mal wieder zur Tour und die derzeitige Leistung ist kein Strohfeuer. Der Radsport sorgt weiter für Skandälchen, der Hodenlose ist auch wieder unterwegs, das Sportjahr 2009 verspricht so einiges. Lassen wir uns überraschen.

Testfick die zweite

Der erste Versuch war in der Tat recht erfolgreich. Vor allem konnte ich mich dank der ausführlichen Statistiken von WordPress prima amüsieren. Die Leute scheinen tatsächlich bei WordPress nach Blogs zu suchen, die Themen wie „anal“, „blowjob“ oder einfach nur „xxx“ behandeln. Warum? Hat wirklich jemand die Hoffnung, daß seine Suche nach gratis Pornos hier Erfolg hat? Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich mich von Gemaux inspirieren lasse und nun mit etwas eindeutigeren Marschrichtungen bei den Tag arbeite. Inzest, Kinderporno usw. Wäre sicher auch spannend. Aber darüber muss ich noch ein bißchen grübeln. Bis dahin sind die Tags beim vorherigen Post mal entfernt, eigentlich hab ich gar keine Lust auf solches Publikum.

Denn mal bis demnächst, ich muss jetzt lecker Rührei frühstücken… hmm Eier als Tags… äh nein. Tschööö!

Testfick

Ich versuch heute mal was. Es wurde sicher schon oft in andern Blogs versucht und ich mach das jetzt wahrscheinlich nicht mal sonderlich kreativ, aber darum gehts auch gar nicht. Denn dieser Test ist tatsächlich nur für mich. Ich nehme einschlägige Begriffe aus dem Bereich des Geschlechtsverkehrs und setze sie als Tags. Und dann guck ich mal, ob der Counter schlagartig nach oben geht. Und damit das ganze nicht total für den Poppes ist, wüsst ich gerne, was die geneigten Leser denn meinen, wie stark der Counter sich bewegt. Wem noch ein toller Tag einfällt, den ich unbedingt adden sollte, möge mir doch bitte ebenfalls einen Kommentar hinterlassen.

Hey, ich werd hier quasi richtig interaktiv, das ja mal saulustig. Und damit erstmal tschüss, bis die Tage wie wir Gynäkologen immer sagen.

Überwachungsstaat deluxe

Ne, kein Schäuble-Bashing. Das wäre zu einfach und darüber wurde doch auch schon viel zuviel geweint. Viel besser: eine Art Ypsilanti-Update. Gestern hab ich gelesen, daß die SPD-Abgeordneten im hessischen Landtag in unterschiedlichem Stil (von „freundschaftlichem“ Rat bis hin zu Drohungen) dazu aufgefordert wurden, ihre Stimme bei der Ministerpräsidentenwahl per Handyfoto zu dokumentieren. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „Bitte gehen Sie zu einer geheimen Wahl, bei der Sie laut Grundgesetz nur Ihrem Gewissen und nicht etwa Ihrer Partei verpflichtet sind, und zeigen Sie uns per Foto, daß Sie richtig gewählt haben.“ Und das in der Partei, die mit erzwungenen Abstimmungen doch nun wirklich ihre Erfahrungen hat und da war eigentlich nie was positives für die Sozialdemokraten dabei. Ob sie nun mit vorgehaltener Waffe dem Führer das Ermächtigungsgesetz ermöglichen musste oder Schröder das Misstrauen aussprechen, damit der sich nach der Wahl in der sogenannten Elefantenrunde endgültig zum Affen machen konnte und die SPD vom Wahlergebnis zum kleinen Partner in der großen Koalition gezwungen wurde, die SPD kam dabei nie sonderlich gut weg.

Auch witzig, daß solche Methoden ausgerechnet in der Partei angewandt werden, die sich in jener großen Koalition gegen jeden Versuch des Innenministers, den Staat etwas mehr in Richtung der orwell´schen Dystopie des großen Bruders zu bewegen, wehrt. Aber big sister wollte es so und nachdem es ja darum ging, den hessischen Diktator Koch abzusetzen, war auch dieses Mittel recht. Nun haben dummerweise 4 Abgeordnete einfach ihr Handy vergessen und konnten somit wählen, was sie wollten, und das war nicht Frau Ypsilanti. Und nun kommt diese Peinlichkeit auch noch raus, glaub das nennt man worst case.

Aber zurück zur Faszination SPD. Unabhängig von den vorher genannten  Aspekten, die selbst der begnadetste Zyniker sich nicht besser hätte wünschen können, hat das ganze natürlich auch noch was gutes. Es zeigt, daß die SPD tatsächlich noch zu ihren sozialistischen Wurzeln steht. Ein jeder möge gleich sein, auch die eigenen Politiker. So wird versucht, eine Gleichschaltung herbeizuführen, die in ihrer Dreistigkeit ein Novum in der Geschichte darstellt. Das angesprochene Ermächtigungsgesetz mag zwar weniger subtil durchgedrückt worden sein und beim Schröder war das ganze, wenn auch erfolglos, als Planspiel vielleicht noch etwas durchtriebener, aber in Sachen „Bärendienst am Bild der Politiker in Deutschland“ hat Ypsilanti neue Maßstäbe gesetzt. Hitler gilt gemeinhin als Spinner, bei dem sich niemand erklären kann oder eher möchte, warum dieser Mann soviel Macht auf sich vereinen durfte und warum ein ganzes Volk ihm so verfiel. Mit dem Bild eines modernen Politikers hat er allerdings nicht viel zu tun. Schröder hat durch seinen Abgang und den Einstieg bei Gazprom sicher auch einiges kaputt gemacht, aber in seiner aktiven Zeit merkte man ihm nicht wirklich an, daß er weiter als drei zählen kann. Die Ypsilanti dagegen sieht aus wie ein durch und durch verdorbenes Politikluder, das jeden billigen Trick nutzt, um für sich das beste Ergebnis zu erzielen, und Wählerverarsche dabei gern in Kauf nimmt. Dabei wird dann auch mal das Grundgesetz mit Füssen getreten, das lag gerade günstig. Wenns doch nicht funktioniert und man zur Neuwahl muss, dann sucht man sich einfach jemanden mit einem Milchgesicht und einem noch blöderen Nachnamen, den man dem Koch zum Fraß vorwirft. Natürlich immer in der Hoffnung, das man nach einer verlorenen Wahl wieder aufsteigt in der Hierarchie und 4 Jahre später das begonnene Werk vollenden kann. Und das beste daran ist: dank der Vergesslichkeit des Wählers könnte dieser Plan sogar aufgehen. Sollte er aber besser nicht, denn wer nicht davor zurückschreckt, Abgeordnete dazu zu zwingen, ihre Stimme visuell zu dokumentieren, der wird vermutlich mit noch viel besseren Ideen kommen, wenn es darum geht, die gewonnene Macht auch zu verteidigen. Aber vielleicht bin ich auch nur paranoid und glaube an eine Verschwörung zur flächendeckenden Überwachung unter Führung der hessischen SPD. Quasi von Wiesbaden in die Welt, bis wir alle der mächtigen big sister unterstehen. Selbst Orwell hätte davon wohl nicht zu träumen gewagt.

Change!

Ich weiss nicht, ob ich tatsächlich daran glauben soll, aber irgendwie hab ich ein ganz warmes Gefühl, wenn ich mir vorstelle, daß Obama als nächster Präsident der USA etwas verändern könnte. Mir ist irgendwie auch gar nicht nach Zynismus und Sarkasmus zumute, das erste Mal in meinem Leben verbinde ich mit einem Politiker wirklich nur Hoffnung. Das und die Tatsache, daß der Präsident der USA in den nächsten Jahren schwarz sein wird, ist für mich erstmal „change“ genug. Wehe ich muss irgendwann feststellen „no, he can´t“.

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